F***ing real

Mit ihrer Reihe „F***ing real“ wagt Svea Lundberg sich zum ersten Mal ins M/M-Erotik-Genre. Wer allerdings nur platte Szenen erwartet, dürfte überrascht werden. Innerhalb einer erotisch knisternden Atmosphäre erzählt Svea intensive Liebesgeschichten auf überraschend vorsichtige und einfühlsame Weise.

„F***ing real – Beyond all doubt“ (November 2019, dead soft verlag)

Auf dem Zenit seiner Karriere als internationaler Pornostar sehnt sich Tyler Stone nur nach einem: dem Rampenlicht zu entfliehen. Über die Jahre ist ihm das Business zuwider geworden und ihn begleitet die ständige Angst, seine Ex könnte herausfinden, woher das Geld stammt, mit dem er den Lebensunterhalt ihrer gemeinsamen Tochter finanziert.

Um endlich den Ausstieg zu schaffen, kommt ihm das Angebot des Labels CC Cocks gerade recht: eine unverschämt hohe Gage für einen Dreh der besonderen Art. Vierzehn Tage gemeinsam mit einem Porno-Kollegen in einer Ferienwohnung. Keine Kameraleute, keine Regieanweisungen. Dafür Live-Webcams in jedem Zimmer.

Es gibt nur einen Haken: Sein Co-Darsteller Jayson Ward liebt es, der feuchte Traum Tausender zu sein und sich in sozialen Netzwerken zu präsentieren, womit er keine Sympathiepunkte bei Tyler sammelt. Doch auf engstem Raum entwickelt sich aus Abneigung und Spott nach und nach der Wunsch, einander nahe zu sein – ohne Kameras. Dumm nur, dass der Vertrag genau das verbietet. Und dümmer noch, dass Tylers wohlbehütetes Privatleben durch die Annäherung an Jayson mit einem Mal wie auf dem Präsentierteller liegt.

„F***ing real – Beyond reproach“ (März 2020, dead soft verlag)

Frisch von der Highschool zieht es Liam fort von seinem konservativen Elternhaus. In Los Angeles will er endlich ausleben, was er die letzten Jahre unterdrückt hat, und seinem Traum vom Cheerleading nachgehen.

In einer Bar begegnet Liam Ricardo, genannt Rizzo, und ist sofort voller Bewunderung für den jungen Gay-Porn-Star. Denn Rizzo verkörpert all das, was Liam immer sein wollte: Er ist selbstbewusst, frech und steht voll zu den Klischees, die er erfüllt. Erst ein Blick hinter Rizzos stets fröhliche Fassade zeigt, dass auch er mit inneren Dämonen und vor allem Vorurteilen zu kämpfen hat. Denn in einem Business, das rohe Männlichkeit propagiert, hat es ein Darsteller, der die Zeit außerhalb der Drehs am liebsten in Drag verbringt, nicht leicht.

Liam ist zunehmend fasziniert von Rizzos Wandelbarkeit – und vielleicht ist er auch ein wenig verknallt. Aber leider passt er so gar nicht in Rizzos Beuteschema. Denn dieser steht ganz klar nur auf einen Typ Mann: erfahrene, dominante Daddys. Und dann erscheint zu allem Überfluss auch noch der Unternehmer Keith Anderson auf der Bildfläche – ein Mann, der all jenes verkörpert, nach dem sich Rizzo in seinen Träumen sehnt.

Die Rechte für die Cover liegen beim dead soft verlag. Der Dank für das Coverdesign geht an Irene Repp von Daylin Art. Das Cover-Image des 1. Bandes stammt von jackson photografix.